Sie sind hier:  Startseite > Clubleben > Berichte 

Ein Tag zu Besuch beim Daimler

Vollautomatisierte Montage des Panoramadachs

Am 22.04 fand eine interne Führung im Werk Sindelfingen teil zu nehmen. Veranstalter war das Mercedes-Benz Club-Management. Treffpunkt der Veranstaltung war das Mercedes-Benz Kundencenter in Sindelfingen. Das Treffen begann mit einer Begrüssung und darauf folgend guten Mittagessen und Kennenlernen der anderen Teilnehmer. Danach fand ein Fotoshooting mit allen Teilnehmern statt und es ging weiter in ein kleines Kino wo kurz das Werk vorgestellt und der Ablauf der Veranstaltung erläutert wurde.

Nach der Verteilung von Ohrhörer, Empfangsgerät und Schutzbrille ging es zu einem Reisebus der uns in das Werk fuhr. Dort angekommen war die erste Station die Fertigung der S-Klasse. Dort wurde der Ablauf am Band erklärt und zugeschaut wie das Cockpit der S-Klasse W221 eingesetzt wurde. Vom Cockpit allein gibt es über 700000 Variationen!. Der Einsatz von Robotern beschränkt sich auf sehr wenige Stationen. Das meiste wird am Band von Mitarbeitern gemacht. Je weiter man durch die Halle ging desto kompletter wurden die  Fahrzeuge. Von einer Rampe oberhalb konnte man sehr schön über einen Grossteil der Bänder schauen und im "hinteren" Teil sah man schon nahezu fertige Fahrzeuge. Auch der Einbau des Panoramadaches war ein Erlebnis. An einer Station wurde die Elektrik überprüft und gleichzeitig die notwendige Software abhängig von der Ausstattung aufgespielt. Im Erdgeschoss waren dann S-Klassen und SLS in Massen zu sehen. Diese wurden nochmal einer Abschlussprüfung unterzogen und dann auf die Teststrecke gefahren. Schon sehr imponierend zu sehen. Einige Fahrzeuge standen an der Ladestation und man konnte sich die Motoren etwas genauer anschauen.

Danach ging es weiter zum Rohbau. Dort war alles genau anders herum. Nur Roboter die sich drehten oder Teile zusammenschweissten. Manchmal auch zwei Roboter an einem Bauteil, bzw Baugruppe. Die Mitarbeiter dort füllten Blechteile nach oder schauten nach wenn was nicht in Ordnung war. Interessant wie genau und präzise die Maschinen ihre Arbeit taten. Inmitten der Halle konnte dann die Rohkarosserien mit den unterschiedlichen Blecharten bewundert werden. Dort war auch eine gecrashte E-Klasse Limousine zu sehen. Die Fertigstellung vom ersten Schweisspunkt bis zur Endabnahme eines Fahrzeuges dauert ca 3-4 Tage.

Die Fahrt ging nun weiter ins Allerheiligste. Dort dürfen nur diejenigen Mitarbeiter hinein die dort ihren Aufgaben nachgingen. Alle anderen mussten draussen bleiben. Im ganzen Werk und speziell im MTC (Mercedes-Benz Technology Center) ist absolutes Fotografier- und Filmverbot. Sogar die Mobiltelefone mussten abgeschaltet sein!

Der Weg führte als erstes in die Abgaslabore. Dort standen entsprechend vorbereitete Fahrzeuge mit reichlich Messtechnik. Der Leiter der Abgasstation erläuterte uns die Vorgänge zur Ermittlung der Abgaswerte für die einzelnen Länder. Auch ein Blick auf die Abgasmesshalle mit der Abgasmesstechnik fehlte nicht. Da jedes Land seine eigenen Forerungen auch hinsichtlich des verwendeten Kraftstoffes hat muss auch entsprechend jeder Kraftstoff vorgehalten werden. Aber nicht nur was hinten herauskommt wird gemessen. Auch die Ausdünstungen welches ein neues Fahrzeug im Innenraum fabriziert (Klebstoffe, Lösemittel welches aus dem Kunststoff ausdünstet) wird gemessen und darf gewisse Grenzwerte nicht überschreiten.

Anhand der Messwerte werden dann die Zertifizierungen und Zulassungsvoraussetzung geschrieben. Aber nicht nur neu Fahrzeuge, sondern auch gebrauchte Fahrzeuge aus dem Feld werden den Untersuchungen unterzogen um auch dort die Abgasqualität sicher zu stellen.

Ein kurzer Fussmarsch führte uns dann in die Safety-Abteilung. Dort erfolgte ein kurzer Snack und danach ein Vortrag durch den Leiter.

Der Vortrag zeigte auf wieviel Aufwand betrieben werden muss um die Sicherheitsvorschriften der einzelnen Staaten, des Euro-NCAP und der Mercedes-Benz internen Ansprüche gerecht zu werden. Für jedes Land eine eigene Vorschrift. Zuerst werden die Crashs im Computer simuliert und erst dann am Fahrzeug ausprobiert. Dabei wird pro Modellreihe bis zu 150 mal gecrasht. Kein billiges Unterfangen, speziell wenn man bedenkt wieviel ein einzelner Crash kostet. Aber es geht ja um unser aller Sicherheit. Dabei wird auch sehr viel Wert auf Partnerschutz gelegt! Kleine Filme zeigten sehr deutlich was bei einem Crash wirklich passiert.

Nach dem Vortrag ging es dann zur Crashhalle und von dort zu den Dummies. Diese sahen in der Tat schon sehr mitgenommen aus. Für jeden Crash und Altersgruppe gibt es einen Dummy.

Leider fanden zu diesen Zeitpunkt keine Versuche statt. Man konnte sich trotzdem vorstellen wie es dort zugehen musste. Die Wege waren gesäumt von Bildern und Exponaten aus vergangenen Zeiten.

Im Vortragsraum konnte noch eine E-Klasse-Limousine W212 der schon den gesetzlich vorgeschriebenen Crash hinter sich hatte, bewundert werden. Vor allem der Zustand des Innenraumes, der eigentlich nur durch die ausgelösten Airbags "verunstaltet" wurde, war beeindruckend. Alles wie neu und die Türen gingen noch normal auf.

Leider hiess es nun doch Abschied nehmen und der Bus brachte uns zum Ausgangsort zurück. Nach dem alle Abschied genommen hatten, ging es zurück nach Hause.

 

Quelle Bilder: Daimler Media

Hochzeit - Zusammenführung von Karosserie und Antriebseinheit

Verlegen und Befestigen des Kabelsatzes