30 Jahre C126 Coupe

C 126

Es schien doch gerade einmal gefühlte fünfzehn Jahre her zu sein, dass sie bei ihrer Präsentation so viel Aufsehen erregten. Aber nein, es sind wirklich schon 30 Jahre vergangen: im Herbst 1981, zwei Jahre nach dem Debüt der 126er Limousinen, wurde diese Baureihe 126 anlässlich der Frankfurter IAA um die elegant gezeichneten Coupés 380 SEC und 500 SEC erweitert. 

 

Katalogausschnitt

Eine großartige Prestigemappe , die den Typ 320 Coupé von 1938, den 300 SL Flügeltürer von 1952, das 220 Rahmen-Coupé von 1955, das 300 Sc Coupé von 1956 und das 280 SE Coupé von 1969 neben dem neuen SEC von 1981 zeigt, begleitete diese Weltpremiere und ist heute unter den zahlreichen SEC-Liebhabern weltweit eine wunderschöne, gesuchte Rarität im Prospekt-Bereich. Auch der erste Katalog vom Juli 1981 ist ein Augenschmaus. 

 

SEC auf der Einfahrbahn

Die S-Klasse Coupés basierten nach 111er Coupés der 60er Jahre nun wieder auf der technischen Plattform der Limousine, wobei deren Bodengruppe um 85 mm verkürzt wurde. Sie wurden ausschließlich mit Achtzylinder-Motoren angeboten. Als Relikt aus der 107er SLC-Ära (bis 1981) übernahmen sie aber fortan den SL-typischen horizontalen Kühlergrill, der erstmals dies eigenständige SEC-Erscheinungsbild im so genannten »Prestige-Coupé« aufnahm.

 

380 SEC der ersten Serie

Leider fiel das 126er SEC-Debüt 1981 zeitlich zusammen mit dem Mercedes-Benz »Energiekonzept« u. a. für die  Achtzylinder-Motoren, denen man zur Reduzierung von Verbrauch und Schadstoffen mehr Genügsamkeit anerzog.  Die Hinterachsübersetzung wurde gegenüber der ursprünglichen Limousinen-Auslegung für beide Karosserieformen zudem noch um 18 % länger gewählt. Die Motorabstimmung des 5,0 l-Motors mit 231 PS wurde neu definiert, der 3,8 l-Motor mit 204 PS völlig neu ausgelegt. Im praktischen Betrieb bedeutete dies trotz verbessertem Drehmoment bei niedrigeren Drehzahlen einen merklichen Verlust an Beschleunigungs-Elastizität und häufig einen höheren Verbrauch gegenüber den ersten 126er Limousinen.

Bis zu den Sommerferien 1985 wurde diese erste Serie des 380 / 500 SEC gebaut, gut unterscheidbar von den späteren SECs der 2. Serie an den seitlichen  »Riffelplanken« und den relativ kleinen, 14 zölligen »Barockfelgen«.

 

 

Innenraum des C126

Wie für die Limousine wurde auch für das Coupé eine Vielzahl von Sonderausstattungen von Beginn an angeboten: während die vier elektrischen Fensterheber, die elektrisch verstellbaren Vordersitze und die Zentralverriegelung von Anfang an serienmäßig verbaut wurden, war ABS anfangs noch eine Option (erst ab Dezember 1984 serienmäßig), ebenso die Niveauregulierung an der Hinterachse, der Tempomat und anderes mehr. Die Polsterung wurde serienmäßig in Velours ausgeführt, die es für die Coupé-Sitzanlagen der Coupés und Limousinen neben den acht »Streifenvelours« auch in drei für das Coupé exklusiven, zweifarbigen »Kontrastvelours«-Kombinationen gab. Leder gab es ebenso als Option wie ab Januar 1984 die Kühlbox im Kofferraum und ab September 1984 den Reiserechner. Im Gegensatz zur Limousine wurden im Coupé die hydropneumatische Federung und die Sitzheizung für die hinteren Sitze nicht angeboten. Dafür gab es exklusiv für das Coupé von Beginn an die Gurtbringer für die Vordersitzgurte.

Wesentliche Ausstattungsunterschiede zwischen den Modellen 380 SEC / 500 SEC bestanden nicht, sehr wohl dagegen zwischen den Modellen der 2. Serie. Ein Einstiegsmodell mit Sechszylinder-Motor, etwa dem früheren 280 SLC entsprechend, wurde nicht angeboten.

Die im Sommer 1985 präsentierten, »modellgepflegten« C 126er Versionen 420 / 500 / 560 SEC stellen aus heutiger Sicht eine nahezu eigene Baureihe dar, deren Jubiläum wir dann 2015 feiern werden.

 

Hans-Peter Lange